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Premiere „München
Beats“
Vor 30 Jahren wurde in
München der Kunstpark Ost eröffnet. Eine ZDF-Serie über große Träume und
junge Musik erinnert an das einzigartige Partyareal.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 19-jährige Linda Bierwirth (Jule
Hermann), die auf einem Bauernhof nahe München aufwächst. Als sie erstmals
mit der aufstrebenden Technoszene in Kontakt kommt, beginnt für sie eine
prägende Phase der Selbstfindung. Fasziniert von den elektronischen Klängen
und dem Lebensgefühl der Subkultur lässt sie Mitte der 1990er ihr ländliches
Umfeld hinter sich und zieht in die Großstadt, um ihren Traum zu
verwirklichen: Sie möchte DJane werden.
Währenddessen geraten ihre Eltern Georg (Frederic Linkemann) und Veronika
(Marlene Morreis) in eine existenzielle Krise. Durch die Schließung des
Pfanni-Werks, die der Unternehmenschef Theo Meinhardt (Tobias Moretti)
aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten veranlassen muss, verlieren
zahlreiche Landwirte der Region ihre wichtigste Existenzgrundlage... |

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Bild: ZDF/Marc Reimann |
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Das stillgelegte Pfanni-Gelände entwickelt sich schließlich zum
Schauplatz gegensätzlicher Zukunftsvisionen unterschiedlicher
Generationen. Während Theo Meinhardt das Areal zu einem modernen
Stadtviertel umgestalten möchte, verfolgt sein Sohn Marius (Klaus
Steinbacher) einen anderen Plan: Er träumt von einem Zentrum für
elektronische Musik, alternative Kunst und kreative Freiräume. Gemeinsam
mit Linda legt er den Grundstein für die spätere Clubszene im Kunstpark
Ost. Aus ihrer kreativen Zusammenarbeit entsteht zunehmend mehr als nur
eine Partnerschaft. Ihre aufkeimende Liebesbeziehung sorgt für
Spannungen innerhalb der Familien und bringt ein lange verborgenes
Familiengeheimnis ans Licht.
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Getragen wird die Geschichte von einem großen Ensemble. Jule Hermann
(geb. 2004) spielt die DJ-Anwärterin Linda, Klaus Steinbacher den
Unternehmersohn Marius. Für die Rolle lernte Hermann sogar das
DJ-Handwerk. Über ihre ersten Auftritte sagt sie im Interview mit
dem ZDF: „Irre. Ich bin 'ne Rampensau, aber das war ein neues Level von
Nervosität.“ Als strenger Firmenchef Theo Meinhardt ist Tobias Moretti
(67) zu sehen, Sophie von Kessel (57) spielt seine Ehefrau Alicia.
Moretti erinnert sich an das Lebensgefühl der Ära: „Die Stimmung der
1990er-Jahre kann man sich in unseren Zeiten kaum vorstellen: diesen
ungebremsten Optimismus nach der 'Wende', der seinen Ursprung auch in
einer völligenSelbstüberschätzung hatte. Es schien alles möglich zu
sein.“ Auch für Klaus Steinbacher (32) wirken die 1990er „rückblickend
wie eine Zeit, in der vieles möglich schien. Ein bisschen was von dieser
Zuversicht könnten wir heute gut gebrauchen. Und wir brauchen den Mut,
unsere Zukunft aktiv zu gestalten. Damit wir in einer freien und
friedlichen Gesellschaft leben können“, sagt er.

Bild: ZDF/Marc Reimann
Zum Cast gehören außerdem Frederic Linkemann, Marlene Morreis und Tim
Seyfi, dessen Figur Harald Prell vom legendären Kunstpark-Ost-Betreiber
Wolfgang Nöth (1943-2021) inspiriert ist. Ihn haben wir bei der Premiere
von "München Beats" bei der Vorstellung am Kino, Mond und Sterne
befragt:
B
K:
Tim, welchen Club
hättest Du wirklich mal gerne selber betrieben?
T
S:
(überlegt) Meinst Du im Kunstpark Ost oder allgemein?
B
K:
Ganz allgemein.
T S:
Ui,
das ist eine gute Frage. (überlegt) Ich würde sagen auf jeden Fall das
Kraftwerk. (KW – Das
Heizkraftwerk war ein Techno-Club in München, der vom Oktober 1996 bis
zum 31. Januar 2003 existierte) Da war ich selber als Jugendlicher
sehr oft. Das fand ich schon sehr, sehr geil. Wenn ich so darüber
nachdenke und die Wahl hätte: Kraftwerk!
B
K:
Du spielst bei "München
Beats" die Figur des Harald Prell, die vom ehemaligen Kunstpark-Chef
Wolfgang Nöth inspiriert ist. Wie hast Du Dich auf diese Rolle
vorbereitet?
T
S:
Ich habe Wolfgang Nöth
tatsächlich mal kennen gelernt. Er war ja in München eine bekannte
Persönlichkeit. Bei der Gestaltung unserer Figur für die Serie, haben
wir allerdings schon versucht zu differenzieren. Es sollte keine eins zu
eins Darstellung von ihm sein. Aber die Richtung des Typs und seine
Haltung, das heißt seine typisch bayerische, etwas grantelende, wollten
wir schon übernehmen. Ursprünglich hatten wir auch im Sinn, seine
typische Mütze und die gestreiften T-Shirts der Figur anzuziehen, aber
dann haben wir uns doch entschieden, es nicht genauso so zu zeigen wie
er war, sondern quasi nur einen "Flavour" von Wolfgang Nöth zu
übernehmen. Ich habe mir einige Videos vom ihm im Internet angeschaut.
Da habe ich eine typische Körperhaltung von Wolfgang Nöth gefunden. Das
war im so eine leicht gedrungene Haltung mit hängenden Schultern...
(macht es vor). Er sitzt quasi im Stehen. (lacht) Da dachte
ich mir, so mache ich das auch ein bisschen in Verbindung mit seinem
schnoddrigen Bayerisch.
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Bild: ZDF/Marc Reimann
B
K:
Was hattest Du von ihm
persönlich noch in Erinnerung?
T S:
Ich hatte mal im Kunstpark Ost mehrere Kurzfilmabende moderiert. Da kam
er mal zu mir und meinte: "Aha. Bist a so a Schauspieler, oder?". Ich
meinte: "Ja, schon.". "Aha, scheene Fuim warn des, geh." Ich so: "Ja,
danke." (lacht) Es war also eine ziemlich einsilbige
Unterhaltung. Und daran habe ich mich eben auch beim Drehen noch mal
erinnert.
B
K:
Welche Erinnerung hast
Du sonst noch an die Zeit, auch was den Kunstpark Ost angeht?
T S:
Oh,
das beste waren natürlich die All Areas Tickets, die es gab. Die gab es
ein oder zwei Mal im Jahr. Ich glaube das hat ca. 20 Mark gekostet und
wir haben da immer einige Karten für unsere Clique geholt und sind ganz
früh hingegangen um alle einzelnen Läden und Clubs durchzuschauen. Von
Latinomusik über Hardcore-Techno und Rockclubs. Es gab alles. Das war
schon cool und ich fand das immer genial. Ich arbeite als Schauspieler
ja auch viel in anderen Städten. Da wird über München tatsächlich
manchmal immer so gelächelt. "Ach ihr mit eurer bayerischen
Biergemütlichkeit, die ihr immer habt." Und ich denke mir dann immer:
"Ihr habt gar keine Ahnung." Ich habe so etwas wie den Kunstpark Ost
weder in Berlin, noch in Hamburg, oder in anderen noch so coolen Städten
so gesehen wie hier. Ein riesen Areal mit so vielen verschiedenen
Menschen, die vor allem unterschiedliche Geschmäcker haben. Es war immer
eine Megastimmung. Da muss mir erstmal einer zeigen, in welchen Städten
es so etwas cooles gegeben hat. (grinst)
B
K:
Du
bist auch ein Kind der 80er und 90er. Welches Jahrzehnt war für Dich das
beste?
T S:
Ui.
(überlegt) Ich bin hier im Westpark noch schon 1987 mit meiner Rockband
"Noise Pollution" aufgetreten. Da war ich noch ganz im Rock und
Hardrock-Bereich aktiv und vertreten. Ich muss aber sagen, dass in den
80er Jahren die ganze Musik grandios war. Es gab die Anfänge von Hip Hop
und Rap, eine große Hardrock und Metal-Zeit, die ganze Popmusik mit
Synthesizern und NDW. Wir hatte so viele krass verschiedene und neue
Waves. Und von allen habe ich mich ernährt und alles gehört. Ich war
zwar Sänger einer Metalband, habe aber gleichzeitig auch Breakdance
gemacht, zu David Bowie und den Pet Shop Boys getanzt und konnte alle
Songs der Neuen Deutschen Welle auswendig. Pop, Rock, Funk, Soul, und
Metal. Alles war dabei. Techno kam dann auch noch ein Tick später, aber
das war im Prinzip die Weiterentwicklung der Synthesizer-Musik. Da muss
ich einfach sagen, dass die 80er die Mutter aller Jahrzehnte ist, die
die Musik auch heute noch am meisten prägt. Finde ich zumindest.
B K:
Was für ein schönes
Schlussplädoyer. Vielen Dank Tim!
T
S:
Sehr gerne.
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Das "München Beats"-Ensemble auf der Bühne beim Kino, Mond
und Sterne
Regie führte Mimi Kezele, das Buch stammt von Christian
Schnalke, Stefani Straka und Julie Fellmann. Gedreht wurde komplett in
München und Umgebung, unter anderem in einem alten Fabrikgelände in
Wolfratshausen.

Bild: ZDF/Marc Reimann
„München
Beats“ läuft am
Mittwoch, den 26. August 2026, und Donnerstag,
den 27. August 2026, jeweils ab 20:15 Uhr in Doppelfolgen
im ZDF-Hauptfernsehen. Im Stream ist die Serie bereits seit dem 7. August
2026 komplett in der ZDF Mediathek
abrufbar:
München Beats
Wenn Ihr so richtig nostalgisch werden wollt: es gibt
auch eine Spotify-Playlist zur
Serie.
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