Premiere: "Im Zeichen Des Drachen" - Der erste Bayerwaldkrimi

Zu einer der faszinierendsten und auch geheimnisvollsten Landschaften Deutschlands zählt der Bayerische Wald. Bei "IM ZEICHEN DES DRACHEN" wird diese Region nun erstmals zur eindrucksvollen Kulisse eines modernen Mystery-Krimis und bringt diese auf die große Kinoleinwand. Die Filmschaffenden Enrico Saller und Marina Hoeft sind gemeinsam für Drehbuch, Regie, Schnitt und Produktion verantwortlich. Mit dem Film verwirklichten sie ein Herzensprojekt und haben die außergewöhnlichen Schauplätze ihrer Heimat in einer spannenden Geschichte zu erzählt, die bewusst mit den bekannten Klischees über den Bayerischen Wald bricht.Gedreht wurde der Film mit hochkarätiger Besetzung in nur 20 Drehtagen an zahlreichen Originalschauplätzen, darunter die Drachenhöhle in Furth im Wald, Katakomben bei Zwiesel und der Klosterpark Fürstenzell. Ermöglicht wurde dieses besondere Projekt auch durch die enge Unterstützung der touristischen Partner vor Ort, des Arbeitskreises Bayerischer Wald sowie des Tourismusverbands Ostbayern.

U.a. mit Erol Sander, Nastassja Kinski, Erdogan Atalay, Amira Aly, Guido Broscheit, Sabrina Schieder und Johannes Berzl.Die Kinotour in Deutschland und Österreich startete mit der Bayerwald-Premiere am 17. September 2026 in Cham. Wir waren bei der Vorpremiere in Passau mit dabei...

 

Bis alle anderen Schauspielkollegen eingetroffen waren, unterhielt Hauptdarsteller Erol Sander schonmal alleine die anwesenden Zuschauer...

 

 

Ein Einsatz raubt Kommissar Michael sein Gehör und sein Leben. Jahre später holt ihn seine ehemalige Kollegin zurück, um einen rätselhaften Fall zu lösen. Als beratender Ermittler stößt er auf eine gefährliche Drachensekte und auf eine Frau, die ihn annimmt, wie er ist. Doch als diese Frau ins Fadenkreuz der Sekte gerät, beginnt für Michael ein Wettlauf gegen die Zeit einer, den er nur gewinnen kann, wenn er seine größte Schwäche in seine stärkste Waffe verwandelt...

Bayerische Kultserien: Was ist gefährlicher, der Bayerische Wald oder Istanbul?

Erol Sander: (lacht) Das kann man nicht wirklich miteinander vergleichen. Ich bin ja selber in den Bergen, im Chiemgau aufgewachsen. Das ist einfach Bayern, meine Heimat und wo ich mich Zuhause fühle. Istanbul ist etwas anderes. Das ist eine riesige Stadt mit viel Verkehr. Obwohl die Region Bayerischer Wald mindestens 10 oder 12x größer ist, hat Istanbul wohl um die 17 - 18 Millionen Einwohner, was für eine Stadt schon ganz schön viel ist. Im Bayerischen Wald ist alles etwas gemütlicher und ruhiger, auch wenn die Leute hier sehr fleißig sind. Ich habe 13 Jahre lang in Istanbul gedreht, aber hier fühle ich mich hier einfach wohl. Da ich hier aufgewachsen bin, spreche ich auch in bisschen Bayrisch. Ich mag Istanbul wirklich gerne, aber es ist einfach eine Metropole und Bayern nun mal meine Heimat. Beide Orte haben ihre Kultur und Tradition, die ich sehr respektiere. Köln, wo ich momentan wohne, ist wieder etwas ganz anderes. (lacht)

B K: Wo ist denn das Drehen angenehmer? Von den Temperaturen mal abgesehen.

E S: Die Temperaturen sind wieder eine andere Geschichte. (lacht) Wenn man hier im Sommer dreht, dann ist das angenehm. Aber im Frühling oder Herbst können die Tage verdammt kalt werden. Das habe ich auch gespürt. (lacht) Wir wurden hier aber mit offenen Armen aufgenommen und die Leute haben uns unterstützt, wo es nur ging. Bei uns war ja das Wort "Budget" länger als unser Budget. (lacht) Wir haben das wirklich aus Leidenschaft und Liebe gemacht. Die Story war einfach gut. Die Drachenfestspiele und Traditionen, die fast 500 Jahre alt sind. Davon gibt es hier im Bayerischen Wald übrigens noch viel mehr, über die man erzählen könnte. Aber wir sind jetzt erst am Anfang und schauen mal was noch kommt. Das Probepublikum war auf jeden Fall begeistert, was schon mal ein gutes Vorzeichen ist.

B K: Haben Sie den "Further Drachenstich" schon mal gesehen?

E S: Nein, aber ich habe mich jetzt natürlich damit beschäftigt. Das war auch der Auslöser für den Film. Mit solchen Traditionen kann man viele Geschichten erzählen. Die Menschen vertrauen den Traditionen und leben sie. Wenn man solche Geschichten kennen lernt, dann bekommt man auch ein bisschen Respekt davor.

B K: Was hat Sie an der Rolle gereizt?

E S: Die Rolle war stark, weil sie im Prinzip eine Heldenreise ist. Ein Mensch, der durch einen Berufsunfall taub geworden und auf der einen Seite damit kämpft wieder im Alltag zurechtzukommen und auf der anderen Seite einfach allein ist. Da ist niemand und er hört auch niemanden mehr. Wenn man in so einer Situation ist, dann bewegt man sich als Mensch auch gegen die Gesellschaft. Diese beiden Seiten prallen bei ihm aufeinander. Er ist zerrissen und hat eigentlich schon aufgegeben.

B K: Wie bereitet man sich auf so eine Rolle vor?

E S: Wir waren ja auch in einem Institut für Hören und Sagen und haben dort mit Kindern gedreht, was einer der schönsten Momente im ganzen Film war. Ich musste nicht viel kommunizieren, da ich ja dieses Telefon hatte, mit dem ich alle hören konnte. Ein paar Sprachbewegungen kann ich, aber nicht zuviel, was auch gut war. Denn dadurch war es eine Art Umgangston von mir, mit Bewegungen, die ich automatisch mache, wenn ich Rede. In dem Institut habe ich die Regisseure Enrico und Marina dann einfach gefragt "Sagt mal, bevor wir hier jetzt die Kameras 10x umbauen müssen, können wir nicht diese Szenen nicht einfach mit 2 -3 Einstellungen und Kameras so filmen wie sie ist?". Ich habe dann herzzerreißend mit diesen Kindern kommuniziert und es war wunderschön, weil die mit diesem Handicap leben müssen und alles was sie brauchen ist Liebe, Aufmerksamkeit und alles was sie über Worte nicht bekommen können, brauchen sie über Körpergefühl.

B K: Sie haben vorher schon mal die Kälte beim Drehen erwähnt.

E S: Das war tatsächlich das krasseste. Wenn ich in den Bergen bin, dann ist es ja auch kalt, aber hier im Bayerischen Wald, mit 3 bis 4 Windstärken und einer Temperatur von -8 und -12 Grad, dann denkt man es sind -40 Grad. (lacht) Wenn man dann noch 10 oder 12 Stunden drehen muss, dann ist man wirklich erfroren. (lacht) Aber ich bin durch die Berge ja einigermaßen erfahren und hatte jede Menge Wärmewäsche dabei, die mich ein bisschen warm halten konnte.

B K: Sie haben schon viele große Produktionen erlebt und auch mit Hollywoodgrößen gedreht. "Im Zeichen Des Drachen" ist eine Independent-Produktion, die mit wenig Geld auskommen musste. Was ist dabei der größte Unterschied?

E S: Erstmal ist es ganz wichtig, dass wir Filmschaffenden und auch die Profis, den Menschen, die diese Leidenschaft ebenfalls entdeckt haben, am Anfang immer unterstützen. Das ist die Zukunft von morgen, Man muss auch Geben um zu Nehmen, so ist es halt einfach. Ich habe das Drehbuch gelesen und festgestellt: Bayerischer Wald, passt. Drachenfestspiele, auch perfekt. "Okay Erol, hast du Lust das zu machen?". Ich wollte auch wissen, wie lange wir drehen und was gemacht wird. Dann kam heraus, dass wir das wie einen ganz normalen Film drehen werden, allerdings ohne langes Wochenende und nur einen Tag frei. Das war eine Herausforderung, aber eine, die ich dann auch gerne angenommen habe. Wir haben uns gegenseitig unterstützt und ich habe meine Erfahrung, sowohl als Schauspieler, als auch Producer, weitergegeben. Ohne einzugreifen, denn das ist in dem Moment nicht meine Aufgabe. Marina und Enrico sind ja schon Profis, auch wenn das jetzt wieder etwas Neues und ein Großprojekt ist. Ich habe wegen dem Drehbuch JA gesagt und dann ging es los mit aller Unterstützung, die wir kriegen konnten. Die Hotels haben sich angeboten und wir hatten die besten Locations im Bayerischen Wald. Besser geht's nicht und ich hoffe wir können das weitermachen.

B K: Ich habe gelesen, dass Sie in München-Schwabing aufgewachsen sind.

E S: Schwabing, Maxvorstadt und Lehel waren die drei Viertel, in denen ich gelebt habe. Deswegen bin ich auch Bayern-Fan, seit dem ich gemerkt habe, das Fußball existiert. (lacht) Ich bin mit fünf Jahren hierher gekommen und bin deswegen Bayer durch und durch. Ich liebe dieses Land und seine Offenheit.  Die Freiheit über alles sprechen zu können und unsere Akzeptanz und Respekt zu allen Menschen hier im Land. Egal wo jemand herkommt. Ich hoffe, dass dieses Land auch so bleibt.

B K: Allerdings

E S: Zu sagen was man sagen will ist etwas tolles, oder? In Bayern sagt man "Wir bellen, aber wir beißen nicht!". Leider ändert sich das manchmal. In anderen Städten wird nicht nur gebissen, da passieren auch andere Sachen und das macht mich traurig. Ich hoffe das wir Menschen als Gemeinschaft zu uns finden und eine Möglichkeit schaffen, wie wir uns alle gegenseitig akzeptieren. Europa und Deutschland sind eigentlich DAS Beispiel für Akzeptanz. Natürlich gibt es Ängste, die jeder verstehen muss. Ich bin Schauspieler und mache Entertainment, deswegen maße ich mir nicht an, mich groß über Politik zu äußern. Ich hoffe nur, dass die Werte und den Respekt, den wir in Deutschland haben, beibehalten und eine Lösung für die Situation finden. Denn die ist gerade sehr angespannt und schwierig.

B K: Vielen Dank Herr Sander.

E S: Gerne.

 

Bayerische Kultserien: Marina, Enrico, "Im Zeichen Des Drachen" ist Euer zweiter Kinofilm und spielt im Bayerischen Wald. Der erste "The Dark Girl" spielte in Plattling, dort wo Du Enrico auch aufgewachsen bist. Seid Ihr sehr heimatverbundene Menschen?

Enrico Saller: Ich würde schon sagen. Der Bayerische Wald ist so eine faszinierende Location, die in Deutschland nicht oft gezeigt wird. Und wenn, dann wird das nur so verpackt und spielt dann eigentlich in den USA. Deswegen haben wir uns gedacht, es gibt in unserer Heimat so viel, das die Leute in Deutschland noch nicht kennen. Das wollte wir nutzen und die Locations zeigen.

Marina Hoeft: Der Bayerische Wald hat eben nicht nur "Wald", sondern auch wunderschöne andere Orte.

B K: Wer hatte die Idee zur Geschichte in "Im Zeichen Des Drachen"?

M H: Die Grundidee, dass der Ermittler taub ist, hatte Enrico schon länger. Das gab es so auch noch nicht. Wir sind dann mit dem Tourismusverband Ostbayern in Kontakt gekommen, die uns unterstützt haben und gerne einen Krimi gehabt hätten, der im Bayerischen Wald spielt. Danach haben wir begonnen interessante Locations hier zu suchen. Als wir uns den Further Drachenstich angesehen haben, haben wir uns überlegt, wie wir diese Story gut einbinden können. Für den Historiker brauchten wir z, B, noch ein cooles Gebäude, also haben wir Schloss Grünau genommen. Und so hat sich das Stück für Stück aufgebaut.

B K: Für Filmlocations ist der Bayerische Wald dann wohl ein Traum?

E S: Ja, total. Wir haben Schlösser, Katakomben und den Drachen mit dabei. Das sind Dinge, von denen andere in Deutschland vielleicht gar nichts wissen.

M H: Die haben uns auch wirklich alle sehr unterstützt und sich auch angeboten, damit wir dort drehen können. Das war echt super.

B K: Jetzt sind Krimis in Niederbayern immer mit Komik behaftet. Es gibt die "Eberhofer-Krimis" und noch die "Passau-Krimis". Ihr seid absichtlich etwas anders an die Sache herangegangen.

E S: Ja, tatsächlich. Es gibt in Niederbayern immer viel Klischee. Wir wollten auf keinen Fall den nächsten Dorftrottel.Polizist zeigen. Wir haben uns immer gewundert, wieso nur der Berliner oder der Kölner Kommissar professionell sein kann. Außerdem wollten wir das Ganze auch national erzählen. Wenn es nur bayerisch, oder niederbayerisch-lastig wäre, dann hätte man keine Chance damit in Berlin zu laufen. Aber auch dort wollen wir ja die Region zeigen, weswegen wir mit dem Drehort in Bayern geblieben sind.

M H: Der Bayerische Wald soll ja in ganz Deutschland bekannt werden und nicht nur in Bayern, denn dort kennt man ihn ja schon. Bei den Locations und dem Further Drachenstich soll auch außerhalb von Bayern gesagt werden "Hey, da will ich hin!".

B K: Gibt es für Euch als Filmemacher Vorbilder?

E S: Ich mag die Filmreihe der Dan Brown-Verfilmungen ganz gerne. "The Da Vinci Code - Sakrileg" usw. Mit den Mythen und dem rätselhaften passt das auch bei unserem Film ganz gut.

M H: Auch, dass man mitdenken muss und nicht gleich nach 10 Minuten weiß wer der böse ist und wie es ausgeht.

E S: Mythen, Legenden und das Erforschen von Geheimnissen. Das geht schon in diese Richtung.

Regisseur Enrico Saller war auch beim Kino-Löwen "tierisch" beliebt

B K: "Im Zeichen Des Drachen" ist eine Independent-Produktion. Auch wenn Du das schon mit Deinem ersten Film gemacht hast, Enrico, wie schwer ist die Realisierung für so einen Film?

E S: Im Kleineren hatte ich das schon, ja. Aber jetzt wollten wir größer werden.

M H: Schwer ist es natürlich schon. Vor allem haben wir fast alles zu zweit gemacht. Bei den Dreharbeiten hatten wir natürlich ein Team, aber sonst mussten wir alles alleine stemmen. Anderes wäre es finanziell nicht möglich, weil man niemanden bezahlen kann. Wir haben viel Zeit geopfert, aber einen Film geschaffen, auf den wir stolz sind. Auch mit diesen Stars, die an uns geglaubt haben und gesagt haben "Hey, ihr habt keinen Sender, keine Förderung, aber wir finden die Idee geil und unterstützen euch." Das hat uns richtig gepusht in unserem Vorhaben etwas Großes zu machen. Ich denke das ist uns auch gelungen.

B K: Wie habt Ihr es geschafft so eine Besetzung zu bekommen?

E S: Alles hat mit Erol begonnen, den wir unbedingt haben wollten. Da sind wir den klassischen Weg über die Agentur gegangen und ihn angefragt und das Drehbuch geschickt. Danach hofft man erstmal, ob der Schauspieler überhaupt verfügbar ist und ob ihm das Buch gefällt. Seine Agentin meinte dann, dass Erol die Geschichte sehr spannend findet und er sich gerne einmal unsere Vision anhören würde. Die Gespräche liefen super und Erol war natürlich ein Geschenk für uns. Mit ihm kamen auch die anderen Stars.

B K: Hattest Du ihn gleich im Kopf, als Du Dir die Geschichte ausgedacht hast?

E S: Erol war tatsächlich schon sehr früh in meinem Kopf.

M H: Seine Mimik, die Coolness und seine ruhige Art zu spielen, das war schon perfekt.

E S: Erol ist im deutschen Fernsehen auch einfach eine Legende. Seine Filme hatten fast immer eine Quote von 6 Millionen Zuschauern.

B K: Eine Filmreihe wäre da sicher spannend. Gibt es denn schon Ideen für mögliche Fortsetzungen?

M H: Wir haben auf jeden Fall Ideen. Dafür bräuchte es dann aber tatsächlich Sender und Förderung. Denn so etwas noch mal so zu stemmen ist finanziell nicht möglich. Und auch psychisch. (lacht) Die Belastung wäre zu groß. Sollte also ein Sender sagen "Wir wollen." dann wären wir bereit.

E S: Auf jeden Fall. Auch die Schauspieler wären mit dabei und würden sich freuen. Das hätte mit mehr Budget auf jeden Fall Potential eine starke Filmreihe zu werden. Wenn so etwas um 20:15 Uhr läuft, dann erreichen wir vielleicht auch eine Quote von 6 Millionen Zuschauern. (lacht)

B K: Das Deutsche Fernsehen könnte so etwas auf jeden Fall gut vertragen. Vielen Dank Euch!

E S: Vielen Dank auch.

M H: Sehr gerne.

Sabrina Schieder und Johannes Berzl

Bayerische Kultserien: Herr Atalay, wo ist es gefährlicher zu drehen? In Köln oder im Bayerischen Wald?

Erdoğan Atalay: (lacht) Das kommt natürlich auf die Situation an. Im Bayerischen Wald ist natürlich ein böser Drache dabei, das darf man nicht vergessen. Von denen wimmelt es hier geradezu. (lacht) In Köln haben halt die Autos Flügel und fliegen durch die Gegend. Von daher nimmt sich das nichts. Es ist im Bayerischen Wald quasi genauso gefährlich wie in Köln.

B K: Ein Drache ist wahrscheinlich noch etwas größer als ein Auto.

E A: Naja, die LKWs waren auch groß und sind geflogen. Sogar Flugzeuge sind auseinander geflogen. (lacht)

B K: Kannten Sie den Further Drachenstich vorher?

E A: Nein, davon hatte ich noch nie gehört, fand es aber super interessant. Irre was das für eine tolle Tradition hat. Ich war sehr begeistert, als ich den Drachen gesehen habe und habe mich gefragt, warum man in Deutschland darüber so wenig weiß. Nach dem Film wird man es jetzt natürlich erfahren, aber da hätte man auch vorher mal was machen können.

B K: Wie kam es zu Ihrem Mitwirken bei "Im Zeichen Des Drachen"?

E A: Im Prinzip war das eine ganz normale Anfrage. Mich hat das Projekt einfach interessiert. Man muss Jungfilmer auch unterstützen. Die haben nicht die finanziellen Mittel, aber müssen auch die Chance haben eine Bühne zu bekommen. Das ist ganz wichtig. Nicht immer nur die etablierten Regisseure, sonst kommen da ja keine neuen, wenn sich die Schauspieler da immer sperren würden. Natürlich hat das was mit dem Drehbuch zu tun, aber Marina und Enrico waren da sehr enthusiastisch. Auch bei den Dreharbeiten, bei dem man die Liebe zum Film von den beiden gemerkt hat. Da habe ich dann gerne mitgemacht und das hat mich inspiriert. Die Dreharbeiten waren auch klasse. Eine tolle Kamera und atmosphärische Bilder, denen man die kleine Produktion gar nicht ansieht. Ich bin sehr gespannt wie der Film ankommt.

B K: Hat es auch Vorteile, bei einer Independent-Produktion mitzuwirken, weil vielleicht weniger Leute dabei sind, die mitreden wollen?

E S: Das kann gut sein. Enrico wusste vorher ja sehr genau was er will. Auch wenn er immer noch ein offenes Ohr für Vorschläge und Veränderung hat. Man muss sich dann natürlich nicht mit Sendern ärgern, die vielleicht etwas anders machen wollen. Keine Auftragsproduktion, wo es bestimmte Eckpfeiler und Richtlinien gibt. Da ist er natürlich frei. Witzigerweise wird die Freiheit bei Erfolg meistens weniger. Da muss man gucken, dass man die sich so lange wie möglich erhält.

B K: Man kennt Sie natürlich hauptsächlich von "Alarm für Cobra 11", eine Serie, die seit 30 Jahren im deutschen Fernsehen läuft und für viele Zuschauer Kult ist. Was können Sie mit dem Begriff "Kult" anfangen?

E A: Für einen selber ist das immer schwierig. Kult wird ja immer von anderen festgelegt. Man selber macht ja bloß seine Arbeit. Es hat vielleicht auch damit zu tun, dass etwas über einen langen Zeitraum sehr erfolgreich ist und begeistert hat. Und das sogar über Generationen hinaus. Mir werden oft Sätze wie "Du bist der Held meiner Kindheit" gesagt. Da frage ich mich dann immer, ob ich mich darüber freuen soll, weil ich dann merke wie alt ich schon geworden bin. (lacht) Aber natürlich ist es schön, wenn das so einen Status hat. Mit dem Gedanken arbeitet man aber nie. Man macht nur seinen Job so gut man kann.

B K: Aber Sie akzeptieren Ihren Kultstatus?

E A: Es ist schön, dass man so viele Jahre in so einer erfolgreichen Geschichte spielen durfte. Ich finde es toll, dass die Leute das so mögen. Wenn Leute sagen "Du bist Bestandteil in unserem Wohnzimmer gewesen", dann ist das etwas, was ich früher wenig mitbekommen habe, weil ich immer nur gearbeitet habe und gar nicht so viel Zeit hatte das zu realisieren. Allerhöchstens auf diversen Events oder so, wo man mit dem Publikum zusammentrifft. Manchmal denke ich mit, ich hätte mehr in der Menge baden sollen. (lacht) Aber letztendlich ist vor dem Rennen nach dem Rennen und ich habe die Zeit nicht. (lacht)

B K: Vielen Dank Herr Atalay.

E A: Bitteschön.

 

Ohne Autogramme ging niemand Nachhause

Bayerische Kultserien: Herr Broscheit, lieber Arzt, Anwalt, Krimineller oder Pfarrer?

Guido Broscheit: (überlegt) Hat alles sein Für und Wider. Die Pfarrer-Rolle in "Im Zeichen Des Drachen" hat mir sehr gut gefallen. Sie war jetzt nicht riesig, aber sehr kompakt, weil es zwei große Szenen waren. Ich konnte komplett in die Figur des Geistlichen Pfarrer Steiner eintauchen. Ich konnte mir sogar eine so genannte Soutane, also das Pfarrergewand aussuchen, mit der wir die schönen Szenen in der Kirche gedreht haben. Vor dem Hintergrund der Geschichte war das eine wirklich schöne Rolle. Mit der Rolle des Anwalts hab ich natürlich mehr zu tun, da ich Jura studiert und auch als Anwalt gearbeitet habe.

B K: Haben Sie zuvor schon mal einen Pfarrer gespielt?

G B: Nein, habe ich noch nie. Vielleicht sollte mir das zu denken geben, denn jeder der mich kennt hat zu mir gesagt: "Einen Pfarrer? Du?" (lacht) Aber ich bin mit den Szenen sehr zufrieden, so wie natürlich auch mit dem ganzen Film.

B K: Wie kam es zur Besetzung?

G B: (überlegt) Da muss ich tatsächlich nachdenken. Ich glaube der Regisseur Enrico hat mich über Social Media angeschrieben oder einen anderen Plattform kontaktiert. Es war auf jeden Fall persönlich und nicht über die Agentur. Ich habe ja zuvor auch schon Independent-Filme produziert, wie z.B. "Ronny & Klaid" (2018), oder die Sexkomödie "Broke. Alone. A Kinky Lovestory", die vor zwei Jahren lief. Ich hatte sofort Lust, weil ich als Independent-Filmer auch immer Hilfe erfahren habe. Als ich gesehen habe wer alles dabei ist und wen sie schon an Land gezogen hatten. Das war schon beachtlich. Die Rolle war dann auch noch cool, so dass ich meinem Agenten gesagt habe "Ja, ich mach das." Vielleicht war auch ein Hintergedanke, neben der Meinung, dass ich gut auf die Rolle passe und spielen werde, den Kontakt mit einem anderen Independent-Filmer zu haben.

B K: Haben Sie dem Regisseur auch Tipps geben können?

G B: Dafür war ich zu kurz dabei, auch wenn das intensive Tage waren. Enrico ist zwar jünger als ich, aber ich habe auch 40 Jahre meines Lebens nicht beim Film gearbeitet, sondern anderweitig. Deshalb hab ich mir natürlich auch viel angeguckt. Wie sind sie aufgestellt, wie ist die Kommunikation am Set und wie ist die Zusammenarbeit mit der Kamera. Das war alles sehr gut, weshalb wir jetzt auch ein Projekt gemeinsam realisieren werden. Er wusste schon, dass ich ein bisschen Ahnung davon habe, was man bei so einer Produktion durchlebt. Dann freut einen das Feedback natürlich noch mehr und man nimmt das ernster, als von jemanden, der dem Regisseur vielleicht nur schmeicheln will. Bei mir weiß er, dass ich da gute Vergleiche habe. Aber er hat das super gemacht und ist wirklich sehr sicher im Umgang mit allem.

B K: Kannten Sie denn den Further Drachenstich vorher?

G B: Nein. Ich wohne zwar jetzt seit sechs Jahren in München, kannte die Festspiele aber vorher nicht. Als Pfarrer durfte ich aber den Erol vor dem Symbol des Drachen warnen. (lacht) Tradition ist immer etwas tolles und wenn es dann in so eine mythologische Nummer geht, bei der man nicht mehr weiß was wahr ist und was nicht, dann ist das spannend.

 

B K: Beim Stichwort "Tradition" denke ich jetzt daran, dass Sie großer Fußball-Fan sind und auch selber Fußball spielen. Ihr Herzensverein ist der HSV, oder?

G B: Ja, das ist so.

B K: Gab es Konflikte mit Erol Sander, der ja großer FC Bayern Fan ist?

G B: Er hat ja keine Ahnung vom Fußball. (lacht) Hier ist das ja eine Modeerscheinung. (lacht) Nein, natürlich haben die eine starke Truppe. Mit Erol hatte ich zu wenig Zeit um über Fußball zu sprechen. Ich liebe tatsächlich seit ich laufen kann Fußball und habe auch immer gespielt. Ich habe vor kurzem sogar beim "Numero Uno Cup" von Matze Knop mitgespielt, mit dem ich zur WM auch einen Podcast gemacht habe. Da war auch die HSV-Legende Uli Stein mit dabei. Ich würde mich also fußballerisch nicht mit Erol Sander vergleichen lassen wollen. (lacht) Auch wenn er das erfolgreichere Team anfeuert. Der HSV hat leider wirklich keinen guten Saisonstart hingelegt. Ich konnte es nie ändern und hätte mir lieber einen erfolgreichen Verein ausgesucht, aber wie hat man früher mal gesagt: Die Frau kann man vielleicht noch wechseln, aber den Club nie. (lacht)

B K: Vielen Dank!

G B: Sehr gerne.

Erol Sander, Enrico Saller, Sabrina Schieder, Johannes Berzl, Guido Broscheit, Marina Hoeft

Enrico Saller - Filmemacher

"Im Zeichen Des Drachen"

Seit 17. September 2026 im Kino

 

 
 
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