Premiere „Ein Münchner im Himmel - Der Tod ist erst der Anfang“

EIN MÜNCHNER IM HIMMEL – DER TOD IST ERST DER ANFANG ist eine
charmant-bayerische Komödie über Familie, Freunde und zweite Chancen. Regie
führte David Dietl („Feste & Freunde – Ein Hoch auf uns!“, „Gute Freunde – der
Aufstieg des FC Bayern“), der mit gewohnt feinem Gespür für besondere und
berührende Geschichten das Münchner Lebensgefühl auf unverwechselbare Weise
einfängt. Für das Drehbuch zeichnet Marcus Pfeiffer („Beckenrand Sheriff“)
verantwortlich. Rund um Maximilian Brückner („Wunderschöner“) als Wiggerl spielt
ein wunderbarer Cast: darunter Hannah Herzsprung als Tonis Mutter, die bereits in
„Der Boandlkramer und die ewige Liebe“ ihr Gespür für bayerische Geschichten
unter Beweis gestellt hat, Momo Beier („Alter weißer Mann“) als seine Tochter Toni,
Marcel Mohab („Wie kommen wir da wieder raus“) als Wiggerls alter Freund Lucky,
Michaela May („Familienfest“) als Tonis Oma, Heiner Lauterbach („Enkel für
Fortgeschrittene“), Simon Pearce („Wer gräbt den Bestatter ein?“), Sigi
Zimmerschied („Rehragout-Rendezvous“), Robert Palfrader („Dampfnudelblues“),
Maxi Schafroth („Servus Baby“, „Pumuckl und das große Missverständnis“) sowie Olli
Schulz und Ina Müller.

Wir konnten uns davon überzeugen lassen, ob am Tag der Kino-Premiere München wirklich der wahre Himmel ist...

 

 

© Leonine Studios

 

Mit dem bayerischen Klassiker ist Ludwig Thomas humoristische satirische
Kurzgeschichte gemeint, die heute noch zu den meistzitierten Werken der
bayerischen Volksliteratur gehört. Dennoch erzählt EIN MÜNCHNER IM HIMMEL –
DER TOD IST ERST DER ANFANG eine ganz eigenständige Geschichte – als
moderne bayerische Komödie. Im Mittelpunkt steht der waschechte Münchner
Lebenskünstler (und verkannte Musiker) Wiggerl, ein Schlitzohr wie aus dem
Bilderbuch, der nach einem Autounfall im Himmel landet, als Geist auf die Erde
zurückkehrt und – zunächst aus reinem Selbstzweck – alles daransetzt, sein Karma-
Konto aufzufüllen. Als ihm in diesem Zustand klar wird, wie sehr er seine Tochter Toni
in all den Jahren vernachlässigt hat, wünscht er sich nun nichts sehnlicher, als sich
mit ihr zu versöhnen.

Im Interview erzählte uns Regisseur David Dielt, wie es zu der Idee kam, was die Herausforderungen beim Drehen waren und wie er es mit dem Vergleich zu den Werken seines Vaters sieht.

 

  

  

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Bayerische Kultserien: Herr Dietl, wissen Sie noch, wann Sie zum ersten Mal den berühmten Zeichentrickfilm von 1962 über „Ein Münchner im Himmel“, der als absoluter Klassiker gilt, gesehen haben?

David Dietl: (überlegt) Nein, das weiß ich tatsächlich nicht mehr. Vermutlich als ich fünf oder sechs Jahre alt war. Aber ich erinnere mich, dass es zuerst gar nicht der Zeichentrickkurzfilm war, sondern die Langspielplatte, auf der die Geschichte von Ludwig Thoma, vertont von Adolf Gondrell, drauf war. Den Kurzfilm habe ich erst danach mal gesehen.

B K: Wann kam Ihnen zum ersten Mal die Idee zu dieser Verfilmung?

D D: Die Idee dazu gab es tatsächlich schon länger, und zwar ungefähr zu dem Zeitpunkt, als mein Vater gestorben ist. Einer der Produzenten hatte eine ähnliche Erfahrung in der Familie machen müssen. So waren wir beide mit dem Thema Trauer, Vergänglichkeit und der Frage, was bleibt, sehr vertraut. Auch mit dem Spüren von Energien nach dem Tod von geliebten Menschen. Der Film enthält somit viele persönliche Komponenten von mir. Ich bin in der Entwicklungsphase des Films selbst zweifacher Vater geworden. „Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang“ ist ein Herzensprojekt und mein bislang persönlichster Film. Ich bin froh, dass wir ihn so realisieren konnten und bin gespannt, wie er beim Publikum ankommt.

 

   

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B K: Welche Gefahr besteht bei der Umsetzung bzw. Adaption eines solchen Klassikers?

D D: (überlegt) Vielleicht denken einige man müsste oder sollte so eine Geschichte eins zu eins umsetzen, aber das war ja nie das Ziel. Natürlich haben wir einiges an der klassischen Geschichte von „Ein Münchner im Himmel“ angelehnt und auch übernommen. Wir wollten aber eine eigenständige Geschichte erzählen. Eine Art modernes, bayerisches Märchen. Bestimmte Grundelemente aus der Kurzgeschichte haben wir natürlich behalten. Dass ein Münchner im Himmel landet, dort anstatt Bier ein Manna bekommt und sein berühmtes Hosianna anstimmt, das mit „Halleluja“ bzw. „Luja, sog i“ untermalt wird, sind ja auch schöne Elemente fürs Kino.

B K: Ein bisschen „Brandner Kaspar“ schwebt bei dieser Geschichte ja auch mit. Der Himmel im Film ist allerdings nicht bayerisch geprägt und hat auch endlich mal eine Göttin.

D D: Bei unserem Himmel ist sogar gar nichts bayerisch. Es sollte ja auch so sein, dass sich über diesen „Münchner im Himmel“ entsprechend gewundert wird. Da wäre ein bayerisch regierter Himmel nicht das richtige gewesen. Und dass Gott weiblich ist, war meiner Meinung nach schon lange überfällig. Die norddeutsche Färbung mit Ina Müller, gepaart mit der österreichischen Färbung von Robert Palfrader passt da wunderbar. Der Himmel bleibt ja trotzdem blauweiß. (lacht)

B K: Der Film spielt an bekannten Plätzen in München. Mit Maximilian Brückner als „Unsichtbaren“ Geist und das auch noch barfuss. Welche Herausforderung war die größte beim Drehen?

D D: Tatsächlich war es gar nicht so einfach, dass Maxi im Film später unsichtbar war und von niemanden direkt angespielt oder angeschaut werden durfte und das, obwohl er mit reingeredet hat. Irgendwann hatten wir alle, also auch das Filmteam, das so verinnerlicht, dass wir ihn einfach weiter beim Drehen regelrecht ignoriert haben. (lacht) Das hat ihm dann zwischendurch auch zu schaffen gemacht. Da war er dann sehr einsam. (lacht) Das barfuss laufen konnte Maxi auch bei schlechtem Wetter ganz gut. Er ist ja ein Naturbursche.

 

 

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B K: Im Film geht es um Verantwortung und Zeit für die Familie und nicht um göttliche Ratschläge für die Regierung. Wäre das auch ein Thema für Sie gewesen, oder in der heutigen Zeit zu ausufernd?

D D: Naja, die Politik schwingt wie im Original mit. Ludwig Thoma hat uns auch in seiner Kurzgeschichte nicht verraten, was in dem goldenen Brief steht. Es wäre wohl sehr anmaßend gewesen, hundert Jahre später anzukommen und zu sagen: „Jetzt erzählen wir euch was da drin steht.“ (lacht) Ich finde aber die Idee, dass jeder für sich selbst darüber nachdenken kann, was in diesem Brief stehen könnte, durchaus wichtig. Gerade in der heutigen Zeit. Ich glaube die Werte, die der Film transportiert, Versöhnung, miteinander sprechen, offen zu sein, sind ganz wichtig. Das könnte meiner Meinung nach der Ratschlag sein, den wir heutzutage brauchen.

B K: Eine bayerische Komödie, in und über München, mit einem Stenz als Hauptfigur. Da bleibt es nicht aus, dass Erinnerungen an Ihren Vater wach werden. Auch wenn sich sehr viele freuen, den Namen „Dietl“ wieder in diesem Zusammenhang zu lesen, wie schwer ist es mit so einem Vergleich und vielleicht auch mit den damit verbundenen Erwartungen?

D D: Das werden mit vielleicht dann eher die Leser Ihrer Seite sagen können, was die Erwartungen sind. Meine Erwartung an mich war, einen möglichst guten Film zu machen. Ich glaube das ist uns gelungen. Das Werk meines Vaters ist einzigartig, deshalb wird es nach wie vor geliebt. Ich verstehe, dass viele sich wünschen würden, dass es fortgeführt wird. Aber das kann weder ich noch jemand anderes. Ich glaube trotzdem, dass „Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang“ für sich steht, aber für den ein oder anderen eine Reminiszenz an die Werke meines Vaters haben wird.

B K: Gibt es so Typen wie den „Wiggerl“, den „Kini von Minga“ aus dem Film auch heute noch?

D D: Ich sehe solche Jungs in München tatsächlich noch relativ häufig. Etwas zu alt, die Haare etwas zu lang, das Leben in München genießend. Vom Schwabinger Bach, über die Türkenstraße ins Glockenbachviertel flanierend. Ich glaube es wird immer schwieriger sich das leisten zu können, aber solche Münchner gibt’s noch. Ich hoffe, dass sie nicht aussterben.

B K: Da Ihre Serie „Gute Freunde – Der Aufstieg des FC Bayern“ sehr beliebt war, muss ich hier die Frage stellen: Wann kommt die Fortsetzung und damit Geschichte des FC Bayern aus den 80er Jahren?

D D: (lacht) Das ist eine gute Frage. Ich hoffe, wenn noch mehr Fans unsere Serie über den FCB aus den 60er und 70er Jahren schauen und streamen, werden wir vielleicht die Chance haben, das mit einer zweiten Staffel weiterzuführen.

B K: Tatsächlich?

D D: Ja, die Ideen und Bücher dazu gibt es. Es ist alles da. Eigentlich wollten wir auch von 1974 bis Mitte der 80er Jahre weitermachen. Wir wären bereit. (lacht)

B K: Ich stelle eine Frage gerne zum Schluss. Gibt es für Sie eine bayerische Lieblingsserie? Sie muss auch nicht von Ihrem Vater sein.

D D: (überlegt lange) Nein! (lacht) Nicht, nicht von meinem Vater. (lacht)

B K: Das darf in Ihrem Fall so stehen bleiben. Vielen Dank für das Gespräch.

D D: Sehr gerne.

 

 
 
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