Bayerische Kultserien
Das Beste aus Film und Fernsehen...

Schauspielerinnen

 

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Ruth Drexel (* 14. Juli 1930 in Vilshofen, Niederbayern; † 26. Februar 2009 in Feldkirchen bei München)

1974 hatte sie in der Vorabendserie Münchner Geschichten von Helmut Dietl die Rolle der Wirtin Ruth Hillermeier, Mutter von Susi, der Freundin der zentralen Figur Karl „Tscharlie“ Häusler (Günther Maria Halmer). 1983 war sie als Lisi Schleibinger die Ex-Frau von Franz Münchinger (Helmut Fischer) in Monaco Franze zu sehen. 1986 spielte sie die „Weißwurst-Paula“ in Franz Xaver Bogners Serie Zur Freiheit. In der Serie Irgendwie und Sowieso agierte sie als die Bürgermeisterin. Seit 1995 wirkte Drexel als Resi Berghammer in der Sat.1- und ORF-Serie Der Bulle von Tölz mit, wo sie die Mutter des von Ottfried Fischer dargestellten „Bullen“ (Kommissar Benno Berghammer) spielte. Zudem spielte sie seit 2004 als deutsche Miss Marple – in Agathe kann’s nicht lassen – erfolgreich die Hauptrolle. Für die ARD agierte sie an der Seite von Uschi Glas in der 2004 bis 2006 gedrehten Serie Zwei am großen See. Von 1969 bis zu seinem Tode 1998 war sie mit dem Schauspieler Hans Brenner liiert. Zuletzt lebte sie in Feldkirchen bei München, wo sie am 2. März 2009 auch beigesetzt wurde.

Katharina de Bruyn (* 24. April 1940 in Tegernsee; † 26. Februar 1993 in Traunstein)

Sie verkörperte in ihren Rollen die schöne Bauerntochter oder die liebenswürdige Ehefrau. Die Tochter eines Niederländers wurde von Olf Fischer entdeckt und gefördert. Nach einem langjährigen Engagement an der Tegernseer Dengel-Bühne trat De Bruyn über 20 Jahre lang in zahlreichen Inszenierungen des Komödienstadels im Bayerischen Fernsehen auf, darunter die Stücke Der Ehestreik (1971) und Die drei Dorfheiligen (1973). Zudem war sie in mehreren Episoden von Königlich Bayerisches Amtsgericht und neben Walter Sedlmayr und Max Grießer in der Polizeiinspektion 1 zu sehen. Seit 1976 spielte sie Theater an der Kleinen Komödie in München. Daneben arbeitete die Künstlerin auch für Fernsehproduktionen (Derrick, Der Alte, Rußige Zeiten) sowie umfangreich für den Hörfunk. So lieh sie ihre Stimme u. a. verschiedenen Figuren in den Pumuckl-Hörspielen von Ellis Kaut. Ebenso spielte sie in einigen Folgen der Fernsehserie mit. Die Schauspielerin starb an Brustkrebs. Sie ruht auf dem Friedhof in Bad Wiessee

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Therese Giehse (geborene Therese Gift; * 6. März 1898 in München; † 3. März 1975 ebenda)

Therese Giehse kam 1898 als Tochter des jüdischen Kaufmannsehepaars Gertrude und Salomon Gift zur Welt. Giehse gründete Anfang 1933 zusammen mit ihrer Freundin Erika Mann sowie mit deren Bruder Klaus Mann in München das Kabarett „Die Pfeffermühle“. Mit diesem emigrierte sie noch im gleichen Jahr, da sie als Jüdin und politisch links stehende Künstlerin mit der Verfolgung durch die Nationalsozialisten rechnen musste. Am 20. Mai 1936 heiratete die lesbische Giehse den homosexuellen englischen Schriftsteller John Hampson-Simpson († 1955), um auf diese Weise einen britischen Pass zu erhalten und so dem Zugriff der Nationalsozialisten entgehen zu können. Nach 1945 stand sie in München, Berlin, Salzburg und auch in Wien auf der Bühne. Therese Giehse starb 1975 drei Tage vor ihrem 77. Geburtstag in München. Während der Gedenkfeier in den Münchner Kammerspielen starb der Regisseur Paul Verhoeven an Herzversagen, als er während der ersten Sätze seines Nachrufs auf Giehse zusammenbrach. Therese Giehse wurde auf ihren eigenen Wunsch auf dem Friedhof Fluntern in Zürich begraben. Am 10. November 1988 wurde Giehse mit einer Briefmarke der Dauermarken-Serie Frauen der deutschen Geschichte geehrt. Da es sich bei dem Wert der Marke seinerzeit um das Standardporto für Briefe handelte, wurde Giehse hierdurch auch einer größeren Öffentlichkeit bekannt. In München-Neuperlach wurden die Therese-Giehse-Allee sowie der U-Bahnhof Therese-Giehse-Allee nach ihr benannt.

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Carlamaria Heim (* 2. März 1932 in München; † 9. April 1984 ebd., Suizid)

Carlamaria Heim war vor allem in Produktionen des Bayerischen Rundfunks zu sehen, so in den populären Fernsehserien Meister Eder und sein Pumuckl in einer wiederkehrenden Rolle als Frau Bernbacher und Die Wiesingers als Köchin Babett. In Helmut Dietls Münchner Geschichten wirkte sie ebenso mit wie in Monaco Franze - Der ewige Stenz. 1973 stand sie auch für die Folge Ein Funken in der Kälte der Krimiserie Der Kommissar vor der Kamera. Carlamaria Heim war mit dem Schauspieler und Kabarettisten Joachim Hackethal verheiratet. Am 26. April 2001 wurde im Münchner Stadtteil Haidhausen am Haus Johannisplatz 10 eine Gedenktafel für Carlamaria Heim enthüllt. Nach ihr ist auch eine Straße in München benannt. Die Carlamaria-Heim-Straße befindet sich in der Nähe der Theresienwiese.

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Margot Mahler (* 24. September 1948 in Straubing; † 27. September 1997 in München; gebürtig Margot Huber)

Mahlers Filmkarriere begann Ende der 1960er-Jahre mit Nebenrollen in seichten Komödien, darunter Wenn die tollen Tanten kommen mit Rudi Carrell und Ilja Richter. Dann war sie etwa ein Jahrzehnt vor allem in Lederhosenfilmen wie Die liebestollen Lederhosen mit Bettina Bougie zu sehen. Zunehmend trat sie auch im erfolgreichen Komödienstadel des Bayerischen Rundfunks auf und in zahlreichen Fernsehserien, darunter Königlich Bayerisches Amtsgericht, Münchner Geschichten, Kanal fatal und Meister Eder und sein Pumuckl. Margot Mahler, die beim Theater auch als Autorin arbeitete, war bekannt für ihre naiv-kindliche Ausdrucksweise und ihr schrilles Organ. Ihre letzten Rollen spielte sie 1997 in dem Film Muttertag und neben Ottfried Fischer in Der Bulle von Tölz. Kurze Zeit später starb sie an einer Krebserkrankung. Sie wurde auf dem Neuen Südfriedhof in München beigesetzt (Grab Nr. 301-U1-43a).

Rosl Mayr (* 30. Dezember 1895 in Regensburg; † 26. Juni 1981 in München)

Mayr war eine begabte Charakterdarstellerin und seit den 1950er-Jahren in mehreren Kinofilmen zu sehen, u. a. neben Heinz Rühmann in Der Pauker (1958). Sie wirkte außerdem in bekannten Fernsehserien wie Funkstreife Isar 12 mit Wilmut Borell und Karl Tischlinger, Der Alte, Münchner Geschichten und als Gattin des Totengräbers in Königlich Bayerisches Amtsgericht mit. Ferner war sie in zahlreichen Episoden der beliebten Sendereihe s'Fensterl zum Hof mit Elfie Pertramer zu sehen. In den 1970er-Jahren verlegte sie sich fast ausschließlich auf Nebenrollen als grantelnde, schrullige Alte in Sex-Streifen, darunter alleine sechs Folgen des Schulmädchen-Reports. Große Bekanntheit erreichte sie mit der Rolle der lästigen Frau Gmeinwieser in der Unterhaltungsserie Polizeiinspektion 1. Sie starb während der Dreharbeiten zur ersten Staffel von Meister Eder und sein Pumuckl. Die Synchronisation ihrer Figur wurde daraufhin von Anton Feichtner vollendet, der ihre krächzende Stimme gut imitieren konnte. Rosl Mayr wurde auf dem Münchner Ostfriedhof beigesetzt.

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Elfie Pertramer, eigentlich Elfriede Bernreuther (* 18. November 1924 in München, Bayern; † 16. November 2011 ebenda)

Elfie Pertramer wuchs in einer Künstlerfamilie auf. Zu Beginn ihrer schauspielerischen Tätigkeit agierte sie als Kabarettistin in den Münchner Kabaretts Wespennest und Bunter Würfel. Danach drehte sie, ihrem bayrischen Idiom entsprechend, zahlreiche Heimatfilme und war als Volksschauspielerin auf Heimatbühnen aktiv. Immer wieder auch sprach sie Rollen in Hörspielen beim Bayerischen Rundfunk und agierte in Unterhaltungssendungen. Nach der Verfilmung der Lausbubengeschichten spielte sie vorwiegend in den Dirndl-und-Jodl-Filmen der frühen 1970er-Jahre. Elfie Pertramer zog 1971 aus persönlichen Gründen für einige Jahre nach Sardinien. Sie lebte auch einige Zeit in Italien. Dort schrieb sie auch ihre beiden Bücher. Danach kehrte sie wieder zurück und arbeitete erneut für Hörfunk und Fernsehen. Sie mixte ältere Aufnahmen aus dem BR-Archiv mit Szenen aus dem S’Fensterl zum Hof, einer seinerzeit erfolgreichen Fernsehserie, stellte diese neu zusammen und kommentierte sie mit Erinnerungen. Ihr Sohn Wolfi Fischer ist seit den 1970er-Jahren oft als Darsteller in Fernsehserien des Bayerischen Rundfunks aufgetreten.

Elfie Pertramer verstarb am 16. November 2011 kurz vor ihrem 87. Geburtstag in München und wurde am Westfriedhof beigesetzt.

   

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Maria Singer (* 1. Februar 1914 in Ebenzweier, Altmünster am Traunsee; † 4. Juni 2003 in Aschheim)

Im Jahr 1964 wurde Singer von August Everding für die Münchner Kammerspiele verpflichtet, wo sie u.a. an der Seite von Therese Giehse und Walter Sedlmayr spielte. 1972 wirkte sie bei den Salzburger Festspielen mit. Neben ihren Bühnenrollen trat die Schauspielerin seit den 1960er-Jahren verstärkt auch in Film und Fernsehen auf, darunter Publikums-Erfolge wie der Komödienstadel, Kir Royal, Weißblaue Geschichten, Die Scheinheiligen und Der Bulle von Tölz. Sie arbeitete mit Hans Moser, Heinz Rühmann, Rainer Werner Fassbinder, Gerhard Polt und Franz Xaver Bogner. Nebenbei war sie als Sprecherin für den Bayerischen Rundfunk tätig. Im Jahr 1999 war Maria Singer mit dem Stück Der Bauer als Millionär zum letzten Mal auf einer Münchner Theaterbühne zu sehen. Bis zuletzt war sie an Fernsehproduktionen beteiligt. Im Jahr 2003 starb sie im Alter von 89 Jahren in Aschheim bei München.

Erni Singerl (* 29. August 1921 in Puch bei Fürstenfeldbruck; † 30. Juli 2005 in München; eigentlich Ernestine Kremmel)

Sie verkörperte mit Energie, Witz und Durchsetzungsvermögen die resolute, grantelnde, aber durch und durch gutherzige Münchner „Dame“.Der große Durchbruch gelang der nur 1,54 m großen Schauspielerin durch das Fernsehen. Ende der 1950er-Jahre startete der Komödienstadel im Bayerischen Rundfunk.  Zudem spielte sie hier mit Volksschauspielern wie Gustl Bayrhammer, Maxl Graf, Ludwig Schmid-Wildy oder Max Grießer. Neben Gastspielen in weniger anspruchsvollen Klamaukfilmen in den 1970er-Jahren folgten zahlreiche Auftritte in beliebten TV-Serien, in denen sie stets Frauenrollen mit losem Mundwerk und kämpferischer Natur verkörperte. Deutschlandweit bekannt wurde Singerl ab den 1980er-Jahren, z.B. als resolute Haushälterin für Frau von Soettingen in Monaco Franze, als streitbare Witwe und Campingplatzbetreiberin in Heidi und Erni, als Mutter von Baby Schimmerlos in Kir Royal, als abergläubische Haushälterin Frau Eichinger in Meister Eder und sein Pumuckl und in Café Meineid. Im März 2005 erlitt Erni Singerl während eines Besuchs des Zirkus Krone einen Schwächeanfall. Im Juli musste sie erneut im Krankenhaus behandelt werden. Am 30. Juli starb sie in ihrem Haus in München-Trudering und wurde im engsten Familienkreis auf dem Ostfriedhof beigesetzt. Freunde und Öffentlichkeit wurden erst nach der Beerdigung über Singerls Tod informiert.

Maria Stadler (* 26. Mai 1905; † 5. Dezember 1985)

Maria Stadler spielte ihre ersten Filmrollen bei der UFA. Dort wurde sie in volkstümlichen Komödien und in Heimatfilmen eingesetzt. Diesem Genre blieb sie auch in zahlreichen Rollen in den Spielfilmen der Wirtschaftswunderzeit treu. Ende der 1960er Jahre spielte sie in einigen Filmen des sog. Neuen Deutschen Films mit, unter anderem in Jagdszenen aus Niederbayern unter der Regie von Peter Fleischmann. Auch in einigen Sexkomödien der damaligen Zeit wirkte sie, stets züchtig bekleidet, in kleinen Nebenrollen mit. Maria Stadler war auf den Typus der prägnanten Nebendarstellerin festgelegt. In ihren kurzen Auftritten, meistens als Magd, Haushälterin oder Nachbarin, blieb sie als Charakterdarstellerin in Erinnerung. Bekanntheit erlangte Maria Stadler gegen Ende ihrer aktiven künstlerischen Laufbahn vor allem durch ihre Fernsehrollen. Sie übernahm dabei hauptsächlich wiederkehrende Episodenrollen und Gastrollen. So auch im Königlich Bayerischen Amtsgericht, Münchner Geschichten oder Meister Eder und sein Pumuckl.

Franziska Stömmer (* 16. September 1922 in Eichendorf; † 21. Juni 2004 in München)

Nach einem Studium an der Schauspielschule von Otto Falckenberg war Stömmer bereits in den 1940er-Jahren auf Bühnen in Reichenberg und München zu sehen, unterbrach aber ihre Karriere auf Wunsch ihres Mannes Wolfgang Eichberger (1911-1963). Erst Ende der 1950er-Jahre kehrte sie als Schauspielerin zurück und wirkte in einigen Filmen, TV-Serien (u.a. Königlich Bayerisches Amtsgericht, Meister Eder und sein Pumuckl und Die zweite Heimat – Chronik einer Jugend) und an Rundfunk-Hörspielen mit. Breitere Bekanntheit erlangte sie als Oma Soleder zuerst in der Rundfunkserie Die Grandauers und ihre Zeit an der Seite von Karl Obermayr und Ilse Neubauer und dann bundesweit in der TV-Serie Löwengrube (1989 bis 1992), wo sie an der Seite von Jörg Hube und Christine Neubauer agierte. Ende der 1990er-Jahre zog die verarmte Schauspielerin in ein Münchner Altenheim, wo sie 2004 verstarb.

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Annemarie Wendl-Kleinschmidt (* 26. Dezember 1914 in Trostberg an der Alz, Bayern; † 3. September 2006 in München)

Annemarie Wendl stammte aus einer einstmals wohlhabenden bayerischen Familie. In den späten 1960er und 1970er Jahren wirkte sie in diversen deutschen Sexfilmen mit, allerdings immer züchtig bekleidet. Schon damals gab sie in Filmen wie Dr. Fummel und seine Gespielinnen Kostproben ihrer Schlagfertigkeit. 1975 gab Rainer Werner Fassbinder ihr die Rolle der Mutter im Fernsehfilm Ich will doch nur, daß ihr mich liebt. 1978 spielte sie in Wolfgang Petersens Fernsehfilm Schwarz und weiß wie Tage und Nächte; 1981 wirkte sie in der Rolle der Aufseherin in Rainer Wolffhardts Miniserie Die Rumplhanni mit. Seit dem Beginn der Fernsehserie Lindenstraße (1985) verkörperte sie die Rolle der scharfzüngigen Hausmeisterin Else Kling. Im Dezember 2005, zwanzig Jahre nach ihrem ersten Auftritt, gab sie ihr Ausscheiden aus der Serie aus gesundheitlichen Gründen bekannt. Am 28. Mai 2006 wurde die letzte Lindenstraße-Folge (Nr. 1069) mit Else Kling ausgestrahlt.Wendl verstarb am Nachmittag des 3. September 2006 an Herzversagen. Am 13. September 2006 wurde sie auf dem Münchener Nordfriedhof beigesetzt.

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