Bayerische Kultserien
Das Beste aus Film und Fernsehen...

Interview mit Olivia Pascal

(20.11.2013)

Agentur: www.opal-models.com

Bayerische Kultserien: Frau Pascal, ich habe gehört Sie hatten schon mal eine Führung mit Sebastian Kuboth bei seiner „Drehorte München“-Tour…

Olivia Pascal: (lacht) Ja, das war ganz interessant. Die Idee hatte ein Freund von mir, der eigentlich für Kunden seiner Firma und mir eine Drehortbesichtigung zu „Irgendwie und Sowieso“ in München machen wollte. Das musste ich ablehnen, weil ja  zu „Irgendwie und Sowieso“, bis auf ein paar Szenen, fast nichts in München gedreht wurde. Ich habe dann vorgeschlagen, die Drehorte zu „Monaco Franze“ zu besichtigen, weil die Leute die Stadt München damit viel mehr verbinden. Deswegen habe ich im Internet recherchiert und bin auf diese Touren aufmerksam geworden. Die Dreharbeiten sind ja schon lange her und ich wusste nicht mehr, ob es diese Orte alle noch gibt, zumal ich ja nur in einer Folge dabei war. Aber der Herr Kuboth macht das ja wirklich toll und hat eine echte Leidenschaft dafür. Zum Ausgleich habe ich ihm dann einiges erzählt, was er so nicht rausfinden oder wissen konnte. (lacht)

B K: Da haben Sie jetzt zwei Serien angesprochen, die von DEN Kultregisseuren schlechthin gedreht wurden: Helmut Dietl und Franz X. Bogner. Sind die beiden denn sehr unterschiedlich in ihrer Arbeit?

O P: Das kann man so gar nicht beantworten. Das eine ist München und das andere ist Bayern. Der Dietl hatte eine ganz typische Münchner Sprache und Diktion. Bei „Irgendwie und Sowieso“ geht es halt ins Eingemachte, da war nichts weichgespült oder so. Beide gehen mit den Geschichten ins Herz und Bauch, aber das eine macht eben München aus und das andere Bayern. 

B K: Mit wem haben Sie denn lieber gedreht?

O P: (überlegt) Also vorab muss ich auf jeden Fall sagen, dass ich es sehr bedauerlich finde, dass sich Herr Dietl irgendwann aus dem Fernsehbereich verabschiedet hat. Als er nur noch Kino gemacht hat, hat er eine Lücke hinterlassen. Solche Sachen gibts nicht mehr im Fernsehen. Die Serien, die der Franz macht, sind ein ganz anderer Bereich. Es ist auch schwer zu beantworten, da ich ja bei einem nur eine Episodenrolle und beim anderen eine Hauptrolle hatte. Die Drehzeit ist da auch ausschlaggebend. An „Irgendwie und Sowieso“ haben wir 1 ½ Jahre lang gedreht, da wächst man auch privat ganz anders zusammen. Ich kenne den Menschen Franz X. Bogner jetzt auch besser als den Menschen Helmut Dietl. Die Arbeit war mit beiden spannend und aufregend. Beide wissen ganz genau was sie wollen. Wobei ich sagen würde, dass ein Helmut Dietl das mehr einfordert in der Umsetzung. Dialoge wurden z.B. bei ihm auf keinen Fall geändert. Da ist der Franz sicherlich anders. Allerdings musste man bei beiden auch nichts ändern, weil die Dialoge so hervorragend waren.

B K: Etwas, das man von fast allen hört, die mit beiden gearbeitet haben…

O P: Ich kann mich nur an einen Satz von Helmut Dietl erinnern, als ein Schauspielkollege ihm einen Vorschlag zu einem Dialog machte: „Wäre es nicht besser, ich würde das so sagen?“ Antwort: “Wenn’s besser wär, dann hätt ichs geschrieben!“ (lacht)

B K: Wie haben Sie Helmut Fischer damals erlebt?

O P: Ich habe ihn sehr, sehr gerne gemocht. Aus unserer kurzen Zusammenarbeit hat sich schon eine tiefe und innige Freundschaft ergeben. Er war einmalig. Wir haben uns bei den Szenen das erste Mal gesehen und sofort gut  verstanden. Er war total locker und normal und das war es ja auch, was ihn als Mensch ausgemacht hat. Die Synergie aus Helmut Dietl und Helmut Fischer war dann auch wie ein Sechser im Lotto.

B K: Wie sind Sie denn zu der Rolle der „Jacqueline“ bei „Monaco Franze“ gekommen?

O P: Das war die erste und letzte Besetzung, zumindest für mich, die auf einem Event Zustande gekommen ist. Wenn ich mich recht erinnere, war ich zusammen mit meiner Agentin bei einer Veranstaltung des GONG-Verlags, bei der auch Helmut Dietl war. Nachdem ich ihm vorgestellt wurde, hat er mich so ein bisschen gemustert und gemeint: „Des dad ja super passen.“ (lacht) Sonst resultiert aus solchen Events eigentlich nie irgendwas. Was diese Rolle und den Kult um die Serie betrifft, habe ich auch eine nette Geschichte erlebt. Das passierte am ersten Silvesterabend, den ich damals mit meinem jetzigen Mann verbracht habe. Er wusste natürlich schon vorher wer ich bin und hatte in seiner Jugend meinen Bravo-Starschnitt in seinem Spind im Internat hängen. (lacht) Allerdings wusste er jetzt nicht genau, was ich so alles bis dahin gedreht hatte. Wir waren an dem Tag natürlich lang unterwegs und sind in der Nacht noch zu Fuß Nachhause bzw. zu ihm gelaufen. Auf der anderen Straßenseite lief ebenfalls ein Pärchen. Als wir mit diesem zusammen an einer Ampel stehen blieben, sah mich der Mann an und sagte "Sag amoi, bist du ned die Jacqueline?". Im Augenwinkel seh ich dann noch wie mein Mann zusammenzuckt, weil er mit dem Namen gar nichts anfangen konnte. Noch verblüffter war er, als ich sagte "Ja ich bin die Jacqueline und ich bin 19 1/2." (lacht) Die Antwort des Mannes kam prompt: "Ich bin der Franz Münchinger und ich bin 49." Die Freundin des Mannes guckte genau verblüfft wie mein Partner. Danach sind wir einfach wieder unsere Wege gegangen. Meinem Mann musste ich natürlich erst mal erklären was das jetzt war. (lacht) Sofort in so einen Dialog einsteigen zu können, das gibt es einfach nur bei solchen Kultserien.

B K: Und wie wurden Sie zur „Christl“ aus „Irgendwie und Sowieso“?

O P: Ich hatte damals ein Kurzserie gedreht, die hieß „Heiße Wickel – Kalte Güsse“, zusammen mit dem Willy Harlander, der mit der Zeit so was wie mein zweiter Papa wurde. Als der Franz X. Bogner  in der Vorbereitung zu „Irgendwie und Sowieso“ auch nach einigen Castings die Rolle für die „Christl“ noch nicht besetzt hatte, erzählte er das dem Willy eines Tages beim Bäcker. Nachdem es dann klar war, um was es genau ging, hat der Willy Harlander gesagt „Da gibt’s eigentlich bloß Eine!“. (lacht) Einen Tag später hab ich einen Anruf bekommen und mich mit dem Franz getroffen. Ich musste auch kein Casting machen. So kommen manchmal die Dinge zustande. (lacht)

B K: Ich habe gelesen, dass Sie noch viele Szenen aus „Irgendwie und Sowieso“ mitsprechen könnten…

O P: Ja. Das stelle ich immer wieder fest, wenn wir irgendwelche Reminiszenz-Sendungen aufzeichnen oder eingeladen werden. Vor zwei Jahren  war das z.B. bei der Aufzeichnung der Sendung „Ois Chicago Sowieso“. Da wurden alle Darsteller wieder zusammengeführt und ich habe festgestellt, dass ich fast alles noch auswendig kann. Zum Erstaunen meiner Kollegen. (lacht) Das ist sehr eigenartig, denn eigentlich merkt man sich nur Sachen, die sehr schwer in den Kopf gegangen sind. Da aber die Texte sehr gut und stimmig waren, kann ich gar nicht sagen warum ich ca. 80% der Dialoge noch auswendig kann. Es war auch einfach eine ganz besondere Zeit. Die Drehzeit war extrem anstrengend und dauerte lang, zumal sich der Franz auch immer vorbehalten hat, Szenen kurzfristig zu ändern und einem dann diese Änderung unter der Tür durchzuschieben. (lacht) Durch die tolle Besetzung und weil jeder in seiner Figur so gut drin war, hat es trotzdem großen Spaß gemacht. Als wir uns das erste Mal trafen, hat er mir erzählt, dass ich da die Tochter eines Fuhrunternehmers bin und auch LKW fahren muss, das hab ich dann einfach auf mich zukommen lassen.  Eigentlich hatte ich, was Autofahren anging, ein Trauma, weil ich mal Beifahrerin bei einem schweren Unfall war. In dieser Serie gab es ja nicht gerade wenige Szenen mit Autos. (lacht)

B K: Kompliment! Das Trauma hat man Ihnen wirklich nicht angemerkt.

O P: Bis zum heutigen Tag ist die „Christl“ eigentlich auch meine Lieblingsfigur geblieben. Ich habe es einfach so gerne gespielt, weil alles passte. Wir haben gespürt, dass wir an etwas ganz Besonderem beteiligt waren. Das klingt absurd, aber es ist die Wahrheit. Der Otti (Fischer) hat mich danach öfters zitiert mit dem Satz „Wir machen hier etwas ganz Spezielles!“. Damit mein ich nicht, dass das Alles leicht von der Hand ging und wir nur Spaß gehabt hätten. Es gab ja auch einige Stuntszenen und ein paar Dinge sind auch schief gegangen. Eine eingestürzte Unterführung, ein Loch in der Hausmauer durch den Robert Giggenbach („Effendi“) und ein Schleudertrauma für den Elmar Wepper („Sepp“), weil er so stark bremsen musste.

B K: Wie waren denn die Reaktionen der Leute auf die Rolle der Christl?

O P: Die meisten Frauen fanden die toll. Sie ist kein Püppchen mit rot lackierten Fingernägeln, sondern eigentlich ein halber Kerl, der auch mal zu nackten Männern in die Dusche geht und eine Ansage macht. Trotzdem steckt in ihr ein zartes Wesen. Männer standen auch total drauf, weil die Christl halt eine zum Pferde stehlen ist. Dadurch, dass die Mutter schon früh weggegangen ist, ist sie ja mit Männern groß geworden.

B K: Es ist immer wieder interessant zu beobachten, wie die Leute zur Christl stehen und auch mit dem Sir mitleiden….

O P: (überlegt) Das mit dem Sir war einfach eine tiefe Freundschaft, in der es auch Liebe gibt, aber eben eine Liebe unter Freunden. Genau wie ich auch zum Ottfried Fischer bis heute eine sehr enge Freundschaft habe. Er hat einfach ein sehr großes Herz und würde einer von uns Hilfe brauchen, wäre der andere sofort da. Es hat mich auch sehr gefreut, dass er mir in seiner Biografie eine ganze Seite gewidmet hat. Beim Sir war es halt so, dass er sie bedrängt hat und die Christl eigentlich eine ist, die es jedem recht machen wollte. Vor allem ihrem Vater, dem sie ein bisschen die Frau ersetzen will und auch dem Sir, den sie aber im nächsten Notfall der Familie auch wieder hängen lässt. Sie denkt das das ihre Freunde verstehen. Christl ist eine, die gelernt hat zu funktionieren, um Anerkennung zu finden. Wenn ihre Umgebung happy ist, dann ist sie auch happy, vergisst aber dabei auch sich selbst. Das schöne bei „Irgendwie und Sowieso“ ist ja, dass sich hier alle Figuren entwickeln können. Das fehlt heutzutage bei Produktionen auch ein bisschen. Zu zeigen, warum eine Figur so ist wie sie ist. Die Christl, der Sir, der Sepp….wobei man jetzt beim Effendi sagen muss, dass der Robert Giggenbach einfach deckungsgleich mit der Figur ist. (lacht) Der ist zu 100%  Effendi. Das hat der Bogner auch wieder gut erkannt, denn eigentlich war ja der Robert ne Spur zu alt für einen Abiturienten, aber es hat einfach perfekt gepasst.

B K: Gibt es für Sie eine Lieblingsszene aus „Irgendwie und Sowieso“?

O P: (überlegt) Eigentlich gibt es so viele. Ich liebe es, wenn ich mit dem Sir nach Italien fahre und er dann nach einigen Stunden Fahrt sagt: „Des is koa See. Wenn ma vo am See des Ufer ned sieht, dann is a See koa See mehr, sondern a Meer! Und a Meer mog i ned!“. Eine etwas traurigere Szene, die ich aber trotzdem sehr mag, ist die, in der mir mein Vater erklärt, warum die Mutter weggegangen ist. Hier waren eigentlich mehrere Einstellungen geplant, aber der Bogner hatte eine gutes Gespür, die Szene in einer Einstellung und im Dunkeln spielen zu lassen.

B K: Es gibt ja viele Fans, die sich eine Fortsetzung wünschen würden, in der noch mal alle Hauptfiguren mitspielen. Gab es dazu irgendwann schon mal Pläne und würden Sie da zustimmen?

O P: Der Gedanke ist nicht neu und kam auch schon aus den eigenen Reihen. Gerüchte über eine Fortsetzung gab es schon vor Jahren. Wenn ich mit den Kollegen darüber geredet habe, dann waren sich immer alle unschlüssig ob das etwas Gutes wäre. Damals gab es eine Geschichte, die sehr gut war. Ob man noch mal so was Tolles kriegt ist fraglich. Nur zu erzählen, wer was danach gemacht hat und wie es weiterging, wäre nicht ausreichend. Irgendwie möchte man die Figuren vielleicht auch gar nicht gealtert sehen und das wäre nach 25 oder 30 Jahren nicht anders möglich. (lacht) Es glaube damit könnte eher etwas kaputt gehen. Wenn alle das Buch toll finden und wirklich jeder mitmachen würde, dann wäre ich auch dabei. Aber ich glaube nicht daran.

B K: Werden Sie oft zu Fan-Treffen eingeladen?

O P: Regelmäßig, wobei ich hier gleich ehrlicherweise gestehen muss, dass ich noch nie teilgenommen habe, auch wenn ich das total großartig finde. Die Fans geben sich da echt Mühe. Da werden Himbeerjoghurts verteilt, die Musik der Serie wird gespielt und sogar die Autos werden vorgeführt. Das ist toll. Aber entweder steckte ich in Dreharbeiten oder ich wäre die Einzige gewesen. Als wir vor zwei Jahren die Aufzeichnung für "Ois Chicago Sowieso" hatten, da wurde nach der Sendung auch mit den Leuten der Fan-Seite (http://www.irgendwie-und-sowieso.de) gefeiert. Man muss es einfach sagen: Wir haben die besten Fans. Alle, die ich bisher kennen lernen durfte, sind sehr humorig, klug und entspannt. Die könnten fast selber in der Serie mitspielen. (lacht)

B K: Da Sie ja schon von langen und schwierigen Dreharbeiten geredet haben, wie beurteilen Sie denn heutige Produktionen? Hat man heutzutage noch die Zeit eine gute Geschichte zu erzählen?

O P: Ich glaube es liegt nicht an den Autoren, da gibt es viele talentierte. Es ist eine Lüge, wenn behauptet wird, es würden die Geschichten fehlen. Der Zeitgeist hat sich natürlich geändert. Die Menschen wachsen nun mit Internet auf und vielen Dingen, die eigentlich dazu führen sollten, mehr Zeit zu haben. Für alles gibt es ein Gerät. Trotzdem haben die Leute immer weniger Zeit und das schwappte auch irgendwann mal in den Drehbereich über. Dazu kommen dann finanzielle Möglichkeiten und die Tatsache, dass es damals auch nicht die Messung mit den Einschaltquoten gab. Es gibt deswegen einfach nicht mehr viele Produzenten, die sagen "Das machen wir jetzt und das Risiko geh ich ein.". Es geht nur noch darum, dass die Quote stimmt und es von den Leuten angenommen wird. Die Bedingungen für Schauspieler haben sich drastisch verschlechtert. Es gibt für sie keine funktionierende Gewerkschaft und somit ist auch die Behandlung entsprechend. Wenn z.B. heutzutage einem Schauspieler ein Buch angeboten wird, dann kriegt er das zu lesen und soll JA oder NEIN sagen. Dass dieses Buch aber nach Unterschreiben des Vertrages noch 10x geändert wird und er dann vielleicht gesagt hätte "So etwas hätte ich nicht gemacht!", interessiert nicht mehr. Da wird man nicht mehr als Künstler gesehen.

B K: Nun betreiben Sie ja Ihre eigene Agentur (http://www.opal-models.com) und haben, wie Sie auch auf Ihrer Homepage schreiben, „die Seiten und die Perspektive“ gewechselt. Haben Sie wirklich gar keine Lust mehr aufs Schauspielen?

O P: Ich möchte einfach nicht mehr unter bestimmten Bedingungen arbeiten. Grundsätzlich wollte ich schon immer etwas anderes machen. In den letzten 10 Jahren wurde dieser Gedanke in mir immer lauter. Im letzten Jahr gab es dann dafür auch einen Auslöser, der die Erfahrungen in diesem Bereich noch mal gut aufgezeigt hat. Da hatte ich ein Angebot für eine Produktion bekommen, bei der ich den nachgefragt habe wie es gedreht werden soll und ob es die Möglichkeit gibt sich vorher mit dem Regisseur zu treffen. Wobei ich am wenigsten den Regisseuren einen Vorwurf machen möchte. Die unterliegen ja leider demselben Druck, wenn sie nicht schon sehr etabliert sind.

B K: Sollte doch eigentlich möglich sein, oder?

O P: Ich habe dann schon gemerkt, dass ich dort mit meinem Anliegen, im Vorfeld mal mit dem Regisseur zu sprechen, auf taube Ohren gestoßen bin. Ideen äußern oder auch mal eine Szene öfter wiederholen zu können, weil man  glaubt es geht noch besser, ist einfach nicht mehr drin. Da wird dann gesagt „Ja ja, das war total gut so!“, weil die Kamera schon aufs nächste Set umgebaut wird. Ich fand das sehr traurig und kam an dem Tag nach Hause, hab mich in die Sonne gesetzt und mir gedacht „Alles hat seine Zeit“. Das war wie eine Eingebung. Ich habe danach alles, was mit Schauspielerei zu tun hatte weggeräumt und war zwei Stunden später richtig erleichtert. Da fiel schon eine Last von meinen Schultern. Danach haben sich einige Türen für mich aufgetan, auch in dem Bereich, in dem ich heute arbeite. Natürlich krieg ich trotzdem noch Anfragen, obwohl ich immer wieder klar sage „Ich drehe nicht mehr!“. Bei der letzten Produktion, einem Lilly Schönauer-Film, habe ich auch nur zugesagt, weil sie in München und Umgebung spielte und ich die Besetzung sehr spannend fand. Das war auch ein Zugewinn in meinem Leben, weil mir da bestimmte Personen sehr lieb geworden sind. Der Robert Giggenbach war übrigens auch dabei, aber um den ging es mir nicht, den kannte ich schon. (lacht)

B K: Um wen ging es denn?

O P: Eine Hauptrolle hatte Konstantin Wecker. Eine wirkliche Bereicherung in meinem Leben. Ein ganz spannender, weicher, warmherziger und sehr intelligenter Mensch! Eine weitere Person war Despina Pajanou (u.a. "Doppelter Einsatz", "Tatort"), mit der mich seitdem auch eine gut Freundschaft verbindet.

B K: So ein Genre ist ja eigentlich mit einigen Klischees behaftet…

O P: Wenn man einen Pilcher oder Inga Lindström-Film dreht, dann weiß man was einen erwartet. Ich finde solche Produktionen aber ganz legitim, ja sogar wichtig. Die Menschen haben das immer gerne gesehen und sie würden sich wundern, wie viele intellektuelle Menschen, sich im Laufe der letzten Jahre geoutet haben und mir gesagt haben, sie haben keine Folge von „Sturm der Liebe“ verpasst. Abgeschlossene 90minüter in einer traumhaften Landschaf sind erfolgreich, der Mensch braucht so etwas um auch mal entspannen zu können. „Das Traumschiff“ hat bestimmt nicht allein wegen der Geschichten so gute Quoten. (lacht) Die sind manchmal wirklich haarsträubend, ich denke Wolfgang Rademann weiß das selber. Aber es ist immer spannend, lustig und fürs Herz. Und es geht immer gut aus. Eine Sicherheit die man im Leben heutzutage nicht mehr findet.

B K: Auch wenn Sie in einigen Serien dabei waren, gibt es für Sie eine bayerische Lieblingsserie?

O P: Ja, das ist eigentlich schon „Irgendwie und Sowieso“. "Monaco Franze" an zweiter Stelle, weil ich den Helmut so geliebt habe. Ich mochte auch „Der ganz normale Wahnsinn“ und auch „Münchner Geschichten“. Jede Serie hat in ihrem Bereich den Erfolg verdient. „Irgendwie und Sowieso“ auch deswegen, weil ich finde, dass dort alles an Gefühlsebenen geboten war. Ich hab auch wahnsinnig gerne "Die Hausmeisterin" geguckt. Mit der Autorin davon bin ich auch gut befreundet. Es gibt relativ viele gute bayerische Serien, die auch alle ihre Zeit überlebt und eine Fangemeinde bekommen haben. Die bayerische Sprache kann mit ihrem warmen Klang gut ins Herz gehen.

B K: Besser kann man es gar nicht sagen! Vielen Dank für Ihre Zeit und das nette Gespräch!

O P: Ich danke auch und grüße alle Fans

 

 
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